Sonntag, 6. November 2016

Strange Books 1 - Das Haus

Als ich klein war fand' ich von Hohlbein das Buch "Dreizehn" total toll. Also von Wolfgang Hohlbein. Und von seiner Frau. Wie hieß die noch? Heike? Ich glaube schon. Ich schau' jetzt auch nicht nach. Die beiden haben zusammen Jugendbücher geschrieben. Eigentlich immer im Fantasy-Genre angesiedelt und gern Narnia-eske Storys von jugendlichen Helden, die einen Weg in eine fantastische Welt fanden und dort irgendwelche Heldensachen machten und Abenteuer erlebten.
Jedenfalls gab es lange Zeit ziemliches Gemecker, da der Held ihrer Bücher immer ein Junge war. Also nicht, dass er jung ist, immerhin waren es Jugendromane, das Geschlecht war eher das Problem. Die Häufigkeit des Geschlechtes. Nach gefühlt tausend Büchern wollten die Leser angeblich so verzweifelt endlich mal ein Mädchen als Held, dass das Vorwort des Romans "Dreizehn" von den Hohlbeins in etwa so lautete: "Da habt Ihr euer Mädchen!"
Mich hat das jetzt nicht so gestört, dass das alles Typen waren. Aber hey, Mädchen sollen ja auch ganz nett sein. So als Protagonisten.
Die Geschichtevon "Dreizehn" war auch ganz nett: Ein Mädchen, dass von allen Thriteen genannt wird, da sobald irgendwo eine Zahl auftaucht, die 13 ihre Zahl ist und sie natürlich an einem 13ten geboren wurde, entdeckt in dem Haus ihrers Großvaters eine Art Parallelwelt aus versteckten Gängen, Hallen und sonstigen physikalisch unmöglichen Räumen, in denen Kinder gefangen sind. Sie ist natürlich die Auserwählte, die die Kinder retten muss.
Nett, aber nicht der Bringer, mich hat eher etwas anderes fasziniert: Immer wenn Thirteen in diese Paralellwelt geriet, wurde die Geschichte aufgespalten: Ein Teil spielt ganz normal in der Realtität weiter und ein andere Teil zeigt die Abenteuer von Thirteen in der Paralelwelt. Dafür wurde der Text auch aufgespalten:
 Sieht dann bisschen aus wie eine Bibel, aber ich war estaunt. Wie cool ist das denn? Ich kannte bisher nur Bücher, die einfach aus Fließtext bestanden und hatte immer gedacht, dass die Form - zumidnest des Romans - unveränderbar sei...Wort an Wort nacheinander gelesen und fertig. Hier aber musste man erstmal die linke Seite lesen, dann die rechte, um zu erfahren, was in der realen Welt und was in der Paralelwelt so los war.

Das war auch das einzige Mal, dass ich das im Fantasy-Genre bisher gesehen hatte und auch die Hohlbeins nutzten einen solchen Kinff nicht mehr - soweit ich weiß. Jugendromane von den beiden habe ich schon eine Weile nicht mehr gelesen - aber seit einiger Zeit begegnen mir immer wieder Bücher, die teilweise recht seltsame Dinge mit ihrem Text anstellen. Bei einigen wird das Layout bzw. das Malen mit dem Text zu etwas, dass die Geschichte der Worte trägt und Unterstützt, manchmal werden sie sogar wichtiger als der Inhalt des Textes.

Eines dieser Werke ist der Roman "Das Haus" von Mark Z. Danielewski. Grundsätzlich werden auch hier zwei Geschichten erzählt. Die eine handelt von Johnny Truant, der im
Nachlass eines alten Mannes namens Zampano eine Truhe findet, randvoll mit einer Umenge an vollgekritzelnten Papieren und Zetteln. Als er diese anfängt zu sichten, bemerkt er, dass da ein ganzer Roman bzw. Abhandlung in der Kiste schlummert. Geschrieben wurde sie zu dem sogenannten Navidson Record. Ein Film gedreht vom Pulitzerpreisträger Will Navidson, der eigentlich nur dokumentieren will, wie er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern ein Haus in der Pampa bezieht, um seine kriselnde Ehe zu retten. Doch irgendwas stimmt nicht mit deisem Haus.
Damit bin ich dann auch schon bei der zweiten Geschichte die erzählt wird: Man liest praktisch das fertige Werk, das Buch, dass Johnny aus den Notizen von Zampano zusammenstellen konnte.
 Johnnys Geschichte, wie er die Zettel entdeckt und  er versucht daraus schlau zu werden und was ihm als Drogen-Sauf-Sex-Freund in seinem unstrukturierten Leben als Aushilfe in einem Tattoo-Laden so passiert ist in Courier gedruckt.
Hier erzählt er von seinen Freunden, seien Drogenexzessen und wie er versucht herauszufinden, wer dieser Zampano egientlich ist und warum er all diese Notzigen geschrieben hat und wohl irgendwann ein Buch daraus machen wollte, wenn er nicht kürzlich vestorben wäre. Johnny wird schnell klar, dass es den Navidson Record genauso wenig gibt, wie Navidson und seine Familie selbst. Zampano hat sich das wohl alles ausgedacht und auch Fußnoten hinzugefügt in denen er bekannten echten Autoren oder anderen Persönlichkeiten irgendwelche Kommentare zum Navidcon Record andichtet. Oder er erfindet gleich ganze Anthologien zu dem Navidson Record und zitiert daraus.
Johnny regt sich anfangs darüber auf, hält Zampano einfach nur für einen verrückten Alten Kerl mit zuviel Zeit, kann sich dem Werk jedoch nicht entziehen.
Seine eigenen Fußnoten zu Zampanos Fußnoten oder auch dem Text selbst sind weiter in Courier gedruckt, während das Buch von Zampano in der normalen Times gedruckt ist.
 Fußnoten muß man auf jeden Fall mögen, denn derer gibt es reichlich.
Auch von den Herausgebern von Johnny, womit noch eine weitere
Ebene der Erzählug hinzukommt.
Jedenfalls ist die Geschichte von Navidson, dem großen Journalisten,
der die Versuche von ihm und seiner Frau dokumentiert, ihre Ehe zu retten, indem sie in eben jenes Haus ziehen, eine ziemlich gute Gruselgeschichte. In diesem Haus gibt es Räume, die es so nicht geben dürfte, Gänge, die Meter um Meter irgendwohin führen, kahl, nackt und dunkel. Zampano geht allerdings davon aus, dass man die Aufnahmen kennt, dass diese Videos berühmt sind und jeder Leser genau weiß, wovon er spricht. Manch einen Leser mag es nerven, dass der Text nicht von dieser Geschichte, sondern von Meinungen und Artikeln anderer Personen beherrscht wird, aber ich finde, es verstärkt nur das gruselige Flair. Diese distanzierte wissenschaftliche Ebene.
Mir geht eher der ganze Kram von Johnny auf den Keks. Auch wenn er durch die Arbeit mit Zampanos Text immer mehr seinen eigenen Verstand in Zweifel zieht, berührtm ich das Ganze nicht so sehr. Hier gibt es keine wissenschaftliche Distanz, ich hocke in Johnnys Kopf und der gefällt mir leider nicht. Langweiliges Drogen-Feier-Ziellosigkeits-Blabla. Berlin-Mitte-Reiche-Eltern-Hipster-Geschreibsel? Sicher nicht, aber mich hat's leider dran erinnert und so habe ich schnell angefangen ganze Passagen
Johnny zu überspringen. Sorry Johnny, vielleicht beim nächsten Mal!

Nun, bei Navidsons Geschichte wird der Text selbst dann auch irgendwann dazu genutzt, um bestimmte beschriebene Siutationen auch "bildlich" darzustellen.
So wird an einer Stelle der Text immer kleiner, wenn der Raum imm enger wird. Oder der Text malt Räume und Gänge, wie er sie beschreibt. Oder schwindet fast ganz, wenn den beschriebenen Personen das Bewusstsein schwindet.

Im Text sind auch Rätsel versteckt, die einen noch weite rin die Geschichten ziehen sollen, aber die habe ich bisher noch nicht gesucht. Interessant ist auch der Anhang, der aus Gedichten, Briefen, Fotos von Kunstwerken besteht, die alle im Zusammenhang mit der Geschichte stehen.

Sicher zeigt "Das Haus" nicht gerade die einfachste Methode, um eine - bzw. mehrere - Geschichten zu erzählen, aber ein Buch muss ja nicht nur fordernd sein, wenn es von einem moskauer Russen um 1870 oder von einem amerikanischen Großwildjäger mit glatter brauner geliebter Waffe geschrieben wurde. Höhö.
Auch wenn ich zum Beispiel von von Johnny einfach schnell überflogen habe, so habe ich das Buch sehr genossen. Die Schreibe ist sehr gut und die unterschiedlichen "Geschmacksrichtungen" von Johnnys emotionalen Kram und Zampanos wissenschaftlichen Schreiben über Navidsons wieder emotionale Geschichte stehen sehr gut nebeneinander.
Dann natürlich das tolle Textmalen...
Wer mal was lesen mag, was man nicht so einfach runterlesen kann und sich gern mal auf der Psycho-Schiene gruseln mag ohne Gore und Splatter und vielleicht durch einen Text ahnen mag, wie es ist, den Verstand zu verlieren - oder eher die Gedanken in Textbröckchen auflösen sehen - der kann sicher was mit "Das Haus" anfangen. Bestimmt auch mit Johnny.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Sanfte_brise will's wissen

1. Warst du schonmal in eine Figur aus einem Videospiel verliebt und wenn ja, in welche?

Hmmm...erinnere ich mich ehrlich gesagt nicht. Lara Croft war die erste, die ich als möglichen Menschen wahrgenommen habe. Also als Einzige, die wirklich jemand sein könnte, der interessant genug ist, um etwas mehr als Pixel in ihr zu sehen. Aber sonst?
Interessant fand ich auch Harry Mason und James Sunderland aus den beiden ersten Silent Hill-Spielen.
Aber verliebt? Ne, glaub' nicht.

2. Wie stehst du zu Sex in Videospielen? Eher hui oder pfui?

Also grundsätzlich muss es zu Story passen. Wenn es zu gewollt ist, nur damit die Figuren es miteinander treiben ist es grundsätzlich pfui, aber unabhängig ob Film, Game oder Buch. Außer Porno, Porno darf das natürlich.
Aber ich gehe mal davon aus, dass Du eher keine Porno-Spielchen meinst.
Sex als Teil eines Spiels ist grundsätzlich ein bisschen schwierig. Kämpfen und Knobeln zu "simulieren" finde ich jetzt nicht so schwer...aber Sex? Also erotische Spannung entsteht vielleicht durch die Story und vielleicht kann man auch ein bisschen Handlung des Spielers einbauen, aber weiter?
Mir fällt jetzt auch nur Second Life ein. Aber da bin ich auch nur an anderen, die Sex hatten vorbei gewandert und hatte das zuerst auch nicht gerafft, was die da machen. Sah eher aus, als wären da ein paar Bugs oder Clipping-Fehler.
Allerdings gibt es ja noch den Sex, den die Spieler in ein Spiel tragen. Bei WoW soll es zum Beispiel ein paar einschlägige Server geben, wo es an bestimmten Orten nur um das Eine geht.
Persönlich halte ich zwar gerade WoW für etwas strange, um es mit Sex in Verbindung zu bringen, aber wenn Menschen da den Chat und/oder den Voice-Chat benutzen,  landen sie auch bloß bei Telefonsex. Wäre zwar nur ein Vehikel und nicht wirklich Teil des Spiels...aber naja.
Ich sage mal eher pfui, aber nicht, weil ich was gegen Sex in Games hätte, sondern eher, weil ich an der guten Umsetzung zweifle.

3.Welche ist so ganz generell deine Lieblingswaffe in einem Spiel?

Gern die dickste Wumme. Oder das schönste Schwert. Hauptsache BUMM oder viele glitzernde Zaubereffekte.
Ich bin gern auffällig, ich kann nicht schleichen, Fallen legen finde ich doof und Granaten nerven.
Railgun, Tesla-Knarre und Bihänder...das sind die Waffen meiner Wahl.

4. Blogs oder Podcasts?

Podcasts entdecke ich für mich in letzter Zeit erst so richtig. Als Konsument zur Zeit eher Podcasts und als Hersteller wohl eher Blogs. Wobei ich schon ewig nix mehr geschrieben habe....

5. Rollenspiele: Male oder Female beim Avatar?

Naaaaatürlich Female! Und mit dunklen leicht rötlichen Haaren und dunklen Augen und so blass, dass jeder fragt "Bist Du kank?". Dann bin ich zufrieden.
Kommt drauf an wie viele Chars man erstellen kann, aber mindestens einer muss so aussehen. So ein bisschen wie ich :D

6. Ludonarrative Dissonanz: Ist sie dir egal und ganz generell, was hälst du vom Begriff? Wichtig oder maßlos übertrieben?

Was? Ich glaube, ich weiß was Du meinst, aber ich google lieber nochmal kurz. Moment.
Achso ja das. Habe glaube ich auch mal gemeckert. Bei Lara Crofts Reboot und Bioshock Infinite. Ich würde mich jetzt aber nicht tot ärgern. Manchmal verstehe ich nur einfach nicht, wie es dazu in einem Spiel kam. Lara ist da ein gutes Beispiel: Afangs heult sie rum, weil sie ein Reh töten muss, später ballert sie Menschen im Akkord nieder. Klar, richtig in die Reihe bekommt man das bei dieser Art Spiel vielleicht nicht, aber wenigstens bei den ersten Menschen, die sie erschießen muss hätte man sie wenigstens auch nochmal jammern lassen können. Es geht nicht darum, dass sie später im Spiel keine Menschen erschießt, sondern nur darum, dass die Story hergibt, dass es sie fertig macht.
Also ich würde sagen: Dissonanz ok, da es sich mitunter nur schwierig vermeiden lässt, aber wenn man sie wenigstens hätte dämpfen können und es nicht tat, dann muss ich schonmal die Augenbraue heben.
Vielleicht ist mir das Thema auch - abgesehen von den arg störenden vermeidbaren Parts in betreffenden Spielen - so wurscht, da es in MMORPG - mein Lieblingsgenre - sowieso nur strahlende Helden oder garstige Schurken gibt.
Da gibt es nicht viel, was eine Dissonanz bewirken könnte. Oder man ist - wie ich - vom Lore so abgekoppelt, dass man die Figuren mit den Menschen in Verbindung bringt und wenn der Typ hinter dem Jäger ein Arsch ist, ist er auch meist im Spiel ein Arsch und somit passt das dann immer in die "Story" des Raids bzw. der Gilde...

7. Welchen Schauspieler würdest du gerne mal in einem Videospiel sehen? Geschlecht egal.

Ich würde gern mal ein Oliver Stone- oder Joss Whedon- oder Ridley Scott-Spiel spielen. Hab' ich das vielleicht schon? Machen die Spiele?
Wie man sieht achte ich auf sowas zumindest bei Spielen nicht so wirklich.
Bei Until Dawn habe ich viele der Schauspieler wieder erkannt. War nett, weil es einem zeigt, wie schön man die Gesichter abbilden und nutzen kann.
Vielleicht würde ich auch gern mal Tilda Swinton sehen. Oder John Noble. Ja, John Noble wäre bestimmt interessant.

8. Freust du dich auf VR? Wirst du es dir selbst auch nach Hause holen?

Also erstmal sicher nicht. Ich war erst einmal in 3D im Kino, weil mir da schwubbelig wird und von Remember Me ist mir schlecht geworden.
Klar, kann man nicht vergleichen, aber ich warte noch ein bisschen. AR finde ich immer noch spannender als VR. Aber bitte jetzt nicht mit Pokemon Go kommen ;D
Wenn's mal die Brille für die PS4 als Schnäppchen gibt, dann hol' ich sie vielleicht doch. Mal sehen.

9. Microsoft, Sony oder Nintendo? Nenne deine Favoriten und begründe.

Natürlich Sony. Das ist eine lange Liebesgeschichte, die damit begann, dass meine Eltern so eine coole Sony-HiFi-Anlage hatten mit der ich meine Kassetten hören durfte. Diese schöner Schriftzug. "SONY". Und dann noch diese damals revolutionär coolen Werbeclips für die PS1, die Spielekonsolen erwachsen gemacht haben. Und später die total abgedrehten von David Lynch für die PS2. Und die von Chris Cunningham waren auch top.
Abgesehen davon natürlich, dass die Playstation selbst total supi ist! Und ich die MD immer noch nerdyschöny finde. Ach, könnte ich ewig schwärmen.
JA, ich bin ein FANGIRL! Und ich lebe gut damit...

10. Handheld oder Mobilegaming, ja oder nein?

Ich hatte einen Gameboy, eine PSP und eine PSVita, aber abgesehen von ein paar Bahnfahrten mit der PSP und Silent Hill, bin ich nicht so Handheldig.
Auf meinem Handy habe ich Siberia, Baldur's Gate 2 und Tomb Raider installiert. Baldur's Gate 2 habe ich durch, die anderen beiden nur angespielt.
Unterwegs lese ich eher oder spiele maximal Solitair und seine Verwandten.
Also für mich gilt wohl "nein" zu allem.

11. Wie findest du mich? Ehrlich bitte, auch wenns negativ ist. ;-)

Äh, ist bisschen schwierig, weil ich Dich ja nicht wirklich gut kenne und solche Fragen eignetlich nur Menschen beantworten können, die Dich sehr, sehr gut kennen.
Aber so spontan würde ich sagen: Sympathisch, weise und immer wieder überraschend ;)

Mittwoch, 29. Juni 2016

Project 100 - Final Lap

Also Kinners, der Schurke stinkt. Nach Furz und bisschen Rosen. Ist also schon irgendwie nett, aber doch scheiße. Ich werde eigentlich nicht wirklich warm mit, was Damage angeht, aber den so vor sich hin zu zocken ist schon ok.
Ich muss natürlich ehrlich sein und mich fragen, ob ich überhaupt je Schaden gemacht habe. Zumindest an dieser Stelle. Denn grundsätzlich ist es mir völlig egal, ob ich wirklich richtig viel Schaden mache, denn ich spiele eigentlich Heiler. Wenn ich jemals irgendeinen Anspruch an mich gestellt habe oder hatte, in WoW wirklich gut zu sein, dann ging es immer darum zu heilen. Steht der Tank noch, der mir im Raid zugeteilt wurde und kann ich etwa auch noch nebenher anderen im Raid einen Heal reindrücken? Also jetzt vor Flamme des Glaubens.
Stehen noch alle, wenn ich auf die Gruppe aufpassen soll? Habe ich keine Probleme mit meinem Manahaushalt?
Das sind die Fragen, die mich immer in WoW interessiert haben. Vielleicht noch der, ob ich auch mit einem Heal-Dudu einen Raid laufen kann. Ich erinnere mich, dass ich das sogar ein-, zweimal mit Karazhan geschafft habe. Zumindest habe ich keinen großen Mecker bekommen.
Zufrieden mit mir war ich auch, als ich einmal nach zwei Whipes zugegeben habe, dass ich als Paladin nicht einen weg rennenden Tank bei Onyxia geheilt bekommen habe. Das war, als der Paladin noch stehen bleiben musste während er heilt.
Musste die Dudu ran und ich hab' mich um den Rest gekümmert. Also nicht allein. Glaube ich. Boah, ich weiß nicht mal mehr, wieviele Heiler man bei Onyxia braucht. Bestimmt viele.

Jedenfalls habe ich eigentlich immer mindestens den Paladin und noch ein oder zwei Chars die heilen können auf Maximallevel gehabt. Und noch einen DDler.
Also mehrere Chars auf Max. Nicht viele.
Wer raidet, hat da auch nicht wirklich viel Zeit dafür.
Jetzt fehlt halt nur noch der Schurke (oben im Bild zu sehen).
Schurken habe ich schon länger, aber nie über Level 23. Da waren andere Klassen immer interessanter. Liegt vielleicht daran, dass der Schurke natürlich ein schleichender Schurke ist. Und Schleichen war ja nie meins.
War. Dank der Playstation und ein paar mehr oder weniger absichtlich gekaufter Spiele in denen man auch mal schleichen muss, ist mir das Konzept jetzt vertrauter und auch nicht mehr ganz bäh.
Vielleicht ist deshalb auch mein WoW-Schurke Level 91.
Klar, sonst ist nichts mehr übrig auf meinem Allianz-Server und nochmal 11 Chars auf Hordeseite...das war mehr so ein Witz von mir. Glaube ich. Die Blutelfenpala ist auch Level 60.

Jedenfalls habe ich mir vor 3 Leveln mal Recount installiert und mich gleich in Grund und Boden geschämt. Klar kann es sein, dass man mit jemandem in einer Gruppe ist, der unglaublich viel Schaden macht und man gegen den total abkackt, aber ich habe gerade mal doppelt so viel Schaden gemacht wie....der Heiler.
Seitdem mag ich nicht mehr in Instanzen. Bisschen albern, denn bis auf einmal bin ich auf meinen grottigen Schaden nicht angesprochen worden. Und das war sogar ganz nett. Also der Ton mit dem ich angesprochen wurde.
Aber trotzdem peinlich. Ist halt dann doch ein gewisser Anspruch, den man an seine spielerischen Fähigkeiten stellt.
Muss die Schurkin jetzt halt noch 9 Level mit Quests machen.

Und dann? Ja dann werden natürlich meine Heiler liebevoll noch gepflegt und gehegt und spätestens dann kommt Legion. Und dann muss der Paladin 110 werden. Und eigentlich auch der Priester. Naja und natürlich auch Dudu. Und der Mönch selbstverständlich. Mit dem konnte ich sogar ein bisschen tanken. Und dann eigentlich auch der Schami. Und der Jäger muss noch als DDler. Und dann sehen wir weiter. 

Freitag, 15. April 2016

MAG NICHT!

Nein danke, ich trinke keinen Sekt"
"Aber wir müssen doch anstoßen!"
"Kann ich ja auch mit Wasser."
"Ach das ist doch doof, komm ein halbes Glas."
"Mir schmeckt das gar nicht. Ich mag generell keinen Alkohol."
"Aber ein Schluck geht doch, hier ein Glas Sekt!"
"Mach halt, aber es ist Verschwendung ich werde es nicht trinken!"
...und da ist er dann wieder: Dieser entgeisterte Blick bar jeden Fitzelchens von Verständnis.

Den sehe ich immer mal wieder, wenn es darum geht, dass ich keinen Alkohol trinke. Mag ich nicht. Schmeckt eklig und warum soll ich Zeug in mich schütten, das scheiße schmeckt, teuer ist und auch noch ungesund, wenn ich es nicht mag. Doch immer wieder muss ich mich erklären. Unglaublich, wie tief verwurzelt der Alkohol mitunter im gesellschaftlichen Leben so vieler Menschen ist.
Würde ich nicht viel trinken, wäre das wohl kein Problem, aber das ich gar nicht trinke, um ehrlich zu sein auch nicht mal nippen möchte, ist ein riesen Ding. Zumal ich ja keinen Grund habe. Zumindest in den Augen meines Gegenübers. Religion und Gesundheitszustand erlauben es mir Alkohol zu mir zu nehmen, aber dass ich bloss einfach nicht mag scheint am Weltbild so manch eines Gesprächspartners zu rütteln.
Trockene Alkoholikerin müsste man sein. Mitunter habe ich solchen Vermutungen mich betreffend nicht widersprochen, denn manchmal nerven diese Fragen, die sonst aufkommen - zumal sie sich oft genug bei in gleichen Runden Menschen wiederholen, die das also vielleicht alle mal langsam wissen müssten.
Ist es so schwer vorstellbar, dass jemand ohne Alkohol klar kommt? Schon im Alltag scheint es den meisten Menschen komisch, aber wenn dann klar wird, dass ich wirklich - ja echt jetzt - nie trinke, auch wenn es darum geht auszugehen, ist dass für einige so richtig GAGA. Feiern ohne Alkohol?
Ja, auch ich habe meinen Spaß auf Partys und wenn ich ausgehe. Bei mir lag der Fokus halt immer auf dem Tanzen, den Gesprächen mit anderen, dem Genuß von toll zusammgen gestellter lauter Musik. Ich mußte mir keinen Mut antrinken, um mir einen abzuzappeln oder irgenwen anzuquatschen.
Ich habe immer meinen Spaß gehabt und das ohne Alkohol. Wobei es Leute gab, die dachten, ich wäre gut angetrunken, was mir auch irgendwann egal war und ich diesen Eindruck auch mitunter einfach mit einer - oft leeren vom Tisch geklauten - Bierflasche in der Hand forcierte, nur um mit ständigen Angeboten oder Aufforderungen zum Trinken von Alkohol verschont zu werden.
Ich weiß nicht woran es liegt, dass meine Abneigung dem Alkohol gegenüber so tief sitzt.
Wobei ich jetzt auch keinem seinen Alkoholgenuß verbiete und es auch durchaus angenehm finde, wenn der eine oder andere leicht einen sitzen hat.
Viele macht der kleine Schwipps erst richtig locker. Schade, aber kann man oft genug beobachten. Auch kann ich verstehen, dass man etwas genussvoll konsumieren kann, das andere ziemlich eklig finden. Immerhin habe ich lange genug geraucht. Habe ich Gäste, besorge ich auch alkoholische Getränke, sei es auch bloss Wein zum Essen.

Aber ich will meine Ruhe. Ruhe davor, dass ich mich immer in meiner Abstinenz erklären muss und Ruhe vor denen, die richtig Hacke sind. Ich kann nicht anders, da bricht sich die pure Verachtung Bahn. Weniger denen gegenüber, die einfach breit sind, lallend rum sitzen oder die Keramikschüssel umarmen, sondern mehr bei denen, die richtig laut werden, aggressiv oder anderen um sich herum sonstwie auf den Sack gehen. Am schlimmsten ist, dass in der Gruppe dann im Anschluss auch oft Verständnis für die Ausraster der Besoffenen gezeigt wird. "Ach, der war doch voll dicht, der Arme, das darfst Du nicht so persönlich nehmen."

Unter dem Deckmantel des Suffs einfach mal auf alles scheißen.
Da komme ich mir auch irgendwie verarscht vor, wenn Haschisch..Marihuana...Wie auch immer nicht legalisiert wird. Selbst konsumiere ich auch keine Drogen (bis auf Koffein), aber eine Droge, die die meisten Menschen in ruhige, vielleicht schwafelnde und oft hungrige Menschen verwandelt zu verbieten und so eine Aggromaschine wie Alkohol zu feiern, will mir nicht in den Kopf.
Die gesundheitlichen Folgen beider Substanzen sind mir ehrlich gesagt egal, denn da muss jeder selbst entscheiden, was er sich antut, aber die Auswirkungen auf die Menschen um den Konsumenten heurm sind mir nicht egal.


Sonntag, 3. April 2016

Hömma, Daredevil!

Hihihihihihi, überall Superhelden und Superschurken! Marvel hier, DC da, wer ist da nicht total glücklich. Sogar Harley Schatzi Quinn kommt bald. Leider nur im Kino, ich hätte ihr eine Serie mit 18 Staffeln gewünscht, aber hey, ich will nicht meckern.
Aber wer hätte gedacht, dass ich mal nicht mecker über eine Daredevil-Verfilmung, sondern total lobend abgehe und  mich freue, dass der es zu einer Serie gebracht hat und nicht zu einem Film.
Die erste Staffel ist schon durch und die nächste Staffel ist auch schon da.
Danke, oh Netflix, Fresser meiner verregneten Abende. Haste echt super gemacht.
Die Schauspieler sind richtig gut, auch wenn ich ein bisschen brauchte, bis ich mit unserem Matty warm wurde. Aber echt nur eine halbe Folge oder so, dann waren wir ganz dicke miteinander. Und Foggy muss man mögen, wobei ich zugeben muss, dass ich von Karen - kenn' ich natürlich, weil an anderer Stelle Vampirin Jessica Hamby - total begeistert bin.
Aber nicht nur wegen der schönen Haare.
Sie ist so..ausdrucksstark? Und mir wahnsinnig sympathisch. Also Karen. Die Rolle sympathisch, die Schauspielerin ausdrucksstark.

Jedenfalls läuft Daredevil im Prinzip gegenteilig zu den DC-Serrien ab: Es weiß nicht ziemlich schnell so ziemlich jeder, wer Daredevil ist. Also die geheime Identität. Und es gibt keine große Liebe, die der Held anschmachten kann und dieses andauernde Gelaber um Schiksal und vor allem Vertrauen fehlt dadurch. Also gar nicht DC-artig.
Nun, zumidnest über weite Strecken. Ich versuche hier spoilerfrei zu bleiben.
Wobei ich sicher nichts verrate, wenn ich schreibe, dass es bei Daredevil um einen in der Kindheit erblindeten frisch gebackenen katholischen Anwalt geht, der mit seinem besten Freund - auch Anwalt - eine Kanzlei gründet. Voller Iealismus natürlich.
Nachts allerdings ist er eher realistisch bis pragmatisch und prügelt unter einer Maske versteckt den bösen Jungs die Hucke voll. So richtig.
Zwar ist Matty blind, aber mystischer Weise sind seine anderen Sinne so extrem gut durch seine Erblindung geworden, dass er schon irgendwie sehen kann. Sonar-Style oder so. Sonst bestehen seine Superkräft eigentlich darin, dass er ganz schön schnell ist und wahnsinnig viel einstecken kann.
Muss er auch. Der Typ ist immerhin kein kryptonischer Strahlemann.
Was auch den Grundton der Serie trifft: Nicht abgrundtief verzweifelt, aber eben kein hochglanzkicher Comic in quietsche bunten Farben. Auch für mich ein toller Kontrast zu all den DC-Albernheiten.

Und Vincent D'Onfrio! Der spielt den Kingpin und macht aus dem einen richtig guten Bösewicht. Und spricht auch noch mandarin. Oder kontonesisch? Sorry, ich kann das nicht gut auseinander halten, aber ich wette mal auf mandarin.
Egal. Daredevil ist jedenfalls ein Leckerli!


Montag, 28. März 2016

Diablololololoooo 3

Konsole oder PC?
Ach komm', geh weg mit so nervigen 0815-Diskussionen! Juckt doch keinen, der über 15 ist und seine Zeit sinnvoll nutzt und nicht auf irgendwelchen Guffel-Foren die Köppe mit anderen komischen Gestalten einschlägt, weil irgndwo irgendein Spiel irgendwann mal 5 FPS mehr hat.
Also für diese Eröffnung gibt's jetzt drei Tage kein Netflix mehr! 
Hab' halt schlechte Laune, weil das Internet gerade dann weg war, als ich bei Diablo 3 einloggen wollte. Auf'm PC.
Hab's zwar auch für die Playstation 4, aber natürlich spielen meine lieben MMO-Genossen Diablo 3 auf dem PC. Und natürlich kann man immer noch nicht mit seiner PS4 bei den PC-Spielen mitmachen. Ja, ich weiß auch, dass das sicher nie kommt, aber eigentlich hatte ich mir Diablo 3 für die Playstation nur gekauft, weil  - natürlich - irgendwo ein top Schnäppchen mit AddOn "Reaper of Souls" inklusive zu haben war.
Und weil ich auf Twitter gelesen hatte, dass die Version auf der Playstation besser sei, als die PC-Version. Twitter ist schuld!

Zumindest sieht die Playstation-Version auf dem Fernseher besser aus, als die PC-Version. Hab' den Latop an den 55''-Bildschirm angeschlossen und zwischen PC und Playstation hin und her geschaltet. Ja, mir war grad langweilig.
Playstation ist lustiger, weil mit Pad basser zu spielen und hübscher, aber PC ist besser, weil da auch echt mal mit netten Leuten zu zocken ist.
Und Playstation-Pass-Dings für Geld im Monat? NE!
Ich bin zwar als MMORPGlerin prädestiniert dazu Publishern etc. Geld in den Rachen zu werfen, aber eigentlich kostenlose Spiele dann doch bezahlen zu müssen...das mit "The Elder Scrolls Online" hat mir gereicht.

Jedenfalls bin ich dann doch wieder am PC gelandet. Es gibt immerhin Paladine. Das hatte ich auf der Playstation vergessen, was mir schon ein bisschen peinlich ist.

 Weniger peinlich ist in Diablo, dass man sich ziehen lässt. Gut, hat man bei WoW auch mal gemacht, aber bei Diablo ist das wohl eher so der Normalfall. Zumindest, was die Season-Chars angeht.
In Diablo gibt es nun Seasons, die 3 Monate laufen und innerhalb dieser Zeit muss man mit einem eigens für diese Zeitspanne erstellten Char bestimmte Erfolge erreichen. Und wenn man einen netten Paladin-Kollegen hat, der einen zieht, dann kann man die Erfolge auch schaffen und bekommt gaaaanz tolle virtuelle Belohnungen.
Ich weiß nicht warum, aber mir macht mein Season-Paladin Spaß. Sogar das Gezogenwerden. Auch wenn man sich dabei meist wie ein am laufenden Band sterbender Vollidiot vorkommt, der sich in einem Spiel befindet, das viel zu viele Level über dem eigenen ist, als das man anderes tun könnte, als wie ein Vollidiot am laufenden Band zu sterben. Oder wie ein Vollidiot am Anfang der Level herum zu stehen und panisch zu versuchen mit den Levelups und dem Verteilen der Fertigkeitenpunkte nachzukommen.

Mein erster Versuch mit Diablo 3 war eher so mäh, aber es ist wohl wahr, dass sich in letzter Zeit einiges getan hat. Natürlich hilft auch so ein AddOn.
Mir macht es jetzt jedenfalls Spaß. Komme mir vor wie daheim: Gehe nicht kaputt und mach dafür aber keinen Schaden.
Daran sollte ich künftig vielleicht doch etwas ändern, aber gibt ja so viele Möglichkeiten seinen Paladin zu skillen. Also immerhin deutlich mehr als bei WoW.
Achso, die Paladine heißen bei Diablo 3 Kreuzritter. Aber man kann einen Hammerdin spielen. WIe früher. Ich bin seelig!

P.s.: Grüße und Küsschen an die Stormwindflüchtigen!
 

Sonntag, 14. Februar 2016

Mein Opa und das Pfund Fett

Ich erinnere mich nicht mehr so gut an meinen Großvater. Mütterliche Seite.
Er ist zwar gestorben, da war ich schon nicht mehr wirklich klein, aber es ist doch eine Weile her. Ich bin ja jetzt auch schon bisschen größer.
Die meisten meiner Erinnerungen zeigen mir meinen Großvater in seinem Schrebergarten, wie er irgendwas rupft, zupft oder mich veräppelt und sich köstlich darüber amüsiert.
Er war ein lieber Kerl, wie Großväter das so sein sollen und auch ein ganz schöner Dickkopf, wie man es Großvätern so verzeiht.
Bis zu seinem Tod hat er allein gelebt, gegen Ende nur unterstützt von einer ambulanten Haushaltshilfe...Pflege...ich glaube, die Dame hat nur im Haushalt geholfen, zweimal die Woche, aber es ist zu lange her und lange hat mein Großvater dann auch nicht mehr gelebt, daher weiß ich das nicht mehr genau.
Er starb jedenfalls recht überraschend, ohne große Krankheit, in relativ hohem Alter, bestimmt schmerzfrei, im Schlaf und die letzten Worte von ihm, an die ich mich erinnere waren "Oh ja, da freu ich mich!".
Wenn man mich fragt, ein richtig gutes Ende.
Meine Großmutter war schon lange vor ihm gestorben und hatte kein so schönes Ende. An sie erinnere ich mich eigentlich gar nicht mehr. Ich muss sie wohl noch als kleines Kind erlebt haben, weil es Familienfotos von ihr und mir gibt, aber ich war einfach zu klein.
Ich erinnere mich nur noch daran, wie meine Mutter mir erklärte, dass meine Großmutter gestorben war.
Leider erinnere ich mich nicht mehr wo ich das gelesen hatte, aber ich hatte mal gelesen, dass ein Mann als kleiner Junge von seinem Vater nur ein einziges Mal geschlagen wurde. Das war zu einem Moment, an dem der Junge das weder verdient hatte, noch an dem es eigentlich angemessen war. Es war ein schöner Moment. Der Vater hatte dem perplexen Jungen daraufhin erklärt, dass man sich vielleicht an die schönen Momente erinnern kann, aber dass man die schmerzhaften Momente niemals vergisst. Daher hatte der Vater den Jungen das erste und einzige Mal geschlagen, damit er sich auch an den schönen Moment erinnern würde.
Ich erinner mich jetzt nur noch an meine Oma in Zusammenhang mit diesem schreklichen Moment, als ich als kleines Kind langsam verstand, dass das Leben endlich ist.

In letzter Zeit muss ich aber öfter an meinen Großvater denken und wie schade es war, dass ich ihn nicht viel mehr gefragt habe. Er war mein Opa, ich war die meiste Zeit, die ich ihn kannte ein kleines Kind, aber der Gute war Jahrgang 1912!
Mir ist erst sehr viel später so richtig bewusst geworden, dass mein Großvater nicht nur den zweiten Weltkrieg mitbekommen hat, sondern auch den ersten als kleines Kind.
Er war unter einem Kaiser in Deutschland geboren. In anderen Familien sind da mehr Generationen zwischen, aber mein Opa hieß Wilhelm, weil der deutsche Kaiser so hieß. Und er das zwölfte Kind meiner Urgroßeltern war und ab der Anzahl der Kinder übernahm der Kaiser automatisch - aber wohl eher symbolisch - die Patenschaft. Oder ab dem zehten Sohn? So genau weiß ich das nicht, zumindest hatte man mir mal so erklärt, wie mein Großvater zu seinem Vornamen gekommen war.
Wahrscheinlich konnte mein Opa sich nicht wirklich daran erinnern, wie es war in einem Kaiserreich zu leben. Und wie das mit dem Ausbruch der ersten Weltkrieges so war als Kind.
Oder überhaupt war. Aber sich vor Augen zu führen, dass mein Opa zu einer Zeit lebte, in der Autos noch ein riesen Ding waren, der Fernseher noch lange nicht erfunden und Technicolor noch in den Kinderschuhen steckte...
...und ich habe nie mit ihm darüber geredet.

Meine Mutter hat mir allerdings erzählt, dass sie mit ihm geredet hat. Vor allem, als sie in dem Alter war, in dem man anfängt festzustellen, dass die Eltern auch nur Menschen sind.
Das war bei meiner Mutter auch gerade zu einer Zeit, zu der viele junge Erwachsene mit ihren Eltern in Deutschland geredet haben.
Besonders zwei Fragen haben sie ihnen gestellt: "Was hast Du damals getan?" und vor allem "Wie konnte das passieren?".
Mein Großvater hatte immer ein schlimmes Bein. Irgendwas war in seiner Kindheit passiert, das dazu führte, dass sein linker Unterschenkel eigentlich immer kurz davor stand, amputiert zu werden.
Erst kurz bevor er achtzig wurde oder so, traute er der Meidzin genug, um sich das Bein retten zu lassen. Er hatte immer Angst, es doch abgenommen zu bekommen.
Immerhin war er mit diesem Bein weder für die Wehrmacht, noch für sonstige Institutionen der Nazis interessant. So zumindest mein Wissen.
Meine Mutter muss meinem Großvater ziemlich zugesetzt haben mit Fragen nach NSDAP-Parteimitgliedschaft und allem Möglichen, was mit der Zeit und seiner Rolle in dieser zu tun hatte. Sie ist mindestens genauso dickköpfig wie er es war.
Aber so genau weiß ich nicht, was ihre Ergebnisse waren. Vielleicht müsste ich sie jetzt noch einmal fragen, als Kind war das noch zu abstrakt für mich. Mein Opa und die Nazi-Zeit zusammen bringen.
Zumindest hieß es immer, dass mein Opa kein Nazi gewesen sei. Aber was das so genau bedeutete, das habe ich nie gefragt.

Die einzige Geschichte, die ich von meinem Großvater und dem Krieg kenne, handelt davon, wie mein Opa ein Pfund Fett gegen einen Christbaumständer getauscht hat. Aber das war nach dem Krieg. Ein Christbaumständer den man aufziehen kann, der den Baum dreht und in dessem Inneren eine Spieluhr "Oh Tannenbaum" spielt.
Geniales Teil das meine Mutter irgendwann bekam, als ich geboren wurde. Es funktioniert - mehr oder weniger - immernoch und ist ein wichtiger Bestandteil von meinen Weihnachtsfesten.
Aber mehr weiß ich nicht von meinem Opa un den Kriegen.
Man muss wohl erst ein gewisses Alter erreichen, damit einem klar wird, dass Opa nicht nur Opa ist, sondern auch ein Zeitzeuge.
Als ich kürzlich mit meiner Mutter telefonierte, stellte sie fest, dass sie jetzt auch öfter an meinen Großvater denken musste. Vor allem an die Frage, die sie ihm gestellt hatte, wie das damals hatte passieren können. Sie kann es sich jetzt denken. Ich auch.